Die Professionalisierung in der Altenpflege schreitet stetig voran. Durch aktuelle Gesetzesänderungen stehen zukünftigen Altenpflegern die gleichen Chancen zu aber auch die gleichen Schwierigkeiten im Weg. Als häufiges Problem erweist sich die Struktur der Ausbildung, die sich Einrichtungen, Schulen und Gesetzgeber unterschiedlich vorstellen.
Um eine strukturiertere Grundlage für die Auszubildenden in der Altenpflege zu bieten, bietet der Autor Checklisten an, die sich an die Auszubildenden und deren Praxisanleiter richten.
In fünf Kapiteln werden die verschiedenen Einrichtungen, in denen ältere Menschen gepflegt werden anhand dieser Checklisten betrachtet, um deren jeweilige Schwerpunkte gegenüber den anderen Pflegeeinrichtungen darzustellen.
Es werden die Bereiche
· Alten- und Pflegeheime,
· Ambulante Altenhilfeeinrichtung,
· Offene Altenhilfeeinrichtung,
· Krankenhaus (Geriatrische Abteilung/Reha) und
· Gerontopsychiatrie
unterschieden. Neben diesen Checklisten umfasst der jeweilige Abschnitt für die einzelnen Einrichtungen eine Seite zur Benennung des Praxisanleiters, einer dreiseitigen Beurteilung des fachpraktischen Einsatzes und einer Bestätigung des Fachpraktikums.
Die Aufgaben-Checklisten unterscheiden sich von Einrichtung zu Einrichtung nur minimal. Insgesamt hält der Autor die Grundstruktur aufrecht, die sich in die Bereiche Organisation der Einrichtung, Gesetzliche Festlegungen, Hygienevorschriften, Tätigkeiten der Grund- und Behandlungspflege und Soziale Aufgaben teilen. Der ambulanten und offenen Altenhilfeeinrichtung wird des weiteren ein Abschnitt zum Einblick in hauswirtschaftliche Tätigkeiten gewidmet. Darüber hinaus unterscheiden sich die Grundstrukturen nicht.
Während sich der Bereich der Grund- und Behandlungspflege, wie auch jener der Hygiene, in den verschiedenen Einrichtungen vorwiegend gleichen, gibt es in anderen Abschnitten Unterschiede, die allerdings einrichtungsbedingt und daher keinesfalls ungewöhnlich sind. Hier sticht insbesondere der Bereich der sozialen Aktivitäten hervor, der sich gut an den Gegebenheiten und den Bedürfnissen der Pflegebedürftigen orientiert.
Fazit: Mit dem ersten Überfliegen des Buches wurde ich stutzig über die vielen Wiederholungen und den Ähnlichkeiten der einzelnen Checklisten untereinander. Folgt man der Einstellung des Autors aber kann man sich bedingt in sein Denkschema versetzen und die starke Differenzierung nachvollziehen. Ob diese aber notwendig oder erforderlich ist, muss jeder Leser für sich selber entscheiden. Ich halte eine Integration einzelner Komponenten in ein Gesamtkonzept für sinnvoller. Ob ganze Bereiche genutzt werden können hängt schließlich von der Auswahl der auszubildenden Einrichtung und den vorgenommenen Praktika ab. Das Buch hätte meiner Ansicht nach im Höchstfall lediglich ein Drittel an Raum einnehmen müssen, ohne dabei an Qualität zu verlieren. Und qualitativ gute Arbeit hat der Autor mit der Erstellung der Checklisten geleistet. Sicherlich nichts herausragendes aber besser als viele vergleichbare auf dem derzeitigen Markt.
Neben diesen einrichtungsspezifischen Abschnitten gibt das Buch außer einem Vorwort nichts her, und somit erklärt sich lediglich daraus das dieses Buch vor der Festlegung zur bundeseinheitlichen Altenpflegeausbildung veröffentlicht wurde.
Erstrebenswert wäre allemal eine Neuauflage, bei der über ein integratives Konzept der Checklisten nachgedacht werden sollte. In dieser Form schreckt es Auszubildende und Anleiter eher ab.