Adserver Header
Analytics
Leaderboard
suchen Suche
Sky Left
separator
Impressum  |  Feedback  |  Werbung  |  Sitemap  |  Hilfe  |  Login Work&Care
Pflegemanagement
Rectangle Top

Info-Quelle

info_quello info_quello
separator
Buchbesprechungen
Suche in Buchbesprechungen
Suchbegriff
Zurück zur vorherigen Seite
Vertrauen als Organisationsprinzip. Perspektiven für komplexe soziale Systeme
Von: Martin Schweer, Barbara Thies
Verkaufspreis neu: EUR 27,99
Verkaufspreis gebraucht: EUR 28,00
Verlag: Huber, Bern (Juni 2003)
Katalog: Book
Medium: Taschenbuch
ISBN: 3456839782
Verfügbarkeit: Gewöhnlich versandfertig bei Amazon in 3 bis 4 Tagen.
Die Grundthese der Autoren ist klar: Vertrauen kann nur erworben werden, wenn eine Organisation selbst vertrauenswürdig ist. Dabei geht es nicht nur um Vertrauensverhältnisse zwischen Personen, sondern auch um das Vertrauen, das eine Person in ein komplexes soziales System wie zum Beispiel eine profitorientierte Organisation setzt. Deshalb spricht man hier "von systemischem Vertrauen".

Im ersten Teil des Bandes erläutern Schweer/Thies zunächst verschiedene Theorien zum Vertrauensbegriff, um diesen dann weiter einzugrenzen, etwa über die Funktion. Anschließend widmen sie sich den Grundfragen zur Messung von Vertrauen, stellen die einzelnen Messverfahren vor und diskutieren Details ihrer Anwendung. Im zweiten Teil definieren und erläutern die Autoren den Begriff "systemisches Vertrauen". In diesem Kontext beschreiben sie den Zusammenhang von Kommunikation und Vertrauen, wobei sie unter anderem zu Tage fördern, dass Innovationen Vertrauen erschüttern können.

Aber wie kann man Vertrauen in einer Organisation erzeugen? Als Erstes muss ermittelt werden, wie es aktuell um das Vertrauen in der Organisation bestellt ist. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass Vertrauen als Organisationsprinzip eingeführt werden kann. Ist dies geschehen, können "adressatenspezifische" Maßnahmen eingeleitet werden, wie etwa die Förderung des Vertrauens der Kunden in eine Organisation.

Kurze Zusammenfassungen nach jedem Unterkapitel erleichtern die Lektüre. Gerade die Darstellung der Maßnahmen zur Einführung von Vertrauen in einer Organisation macht das Buch nicht nur interessant für Psychologen und Wirtschaftswissenschaftler, sondern für jeden, der mit Organisationen zu tun hat und dort gerne etwas ändern möchte. --Frauke Poganatz

Zielgruppe: Ltd. Pflegekräfte, an Qualitätssicherung interessierte Leser

Vertrauen wird in einer immer komplexer werdenden Welt die sich dem Verständnis und der Kontrolle des Einzelnen zunehmend entzieht einerseits wichtiger, andererseits prekärer. Niemand würde morgens sein Haus verlassen, müsste er davon ausgehen, der erstbeste Passant würde ihn überfallen statt ihn zu begrüßen oder ihn unbeachtet vorüberziehen zu lassen. Der dennoch nicht auszuschließende Überfall weist auf den Preis der Komplexitätsreduktion durch Vertrauen hin: das Risiko der Enttäuschung.

Der Buchtitel Vertrauen als Organisationsprinzip benennt den zentralen Stellenwert, den die Autoren diesem Prinzip für soziale Systeme von der Gesellschaft bis hin zur Familie oder Zweierbeziehung mit Recht zumessen. In drei Abschnitten wird der Themenbereich systematisch dargestellt.

Im ersten Abschnitt werden die theoretischen Grundlagen des Konstrukts Vertrauen expliziert. Die Autoren schlagen eine Vertrauenstheorie vor, die personal-interaktive und situative Aspekte zusammenfasst. Vertrauen entsteht, wenn die wahrgenommenen Merkmale des Gegenüber mit der eigenen impliziten Vertrauenstheorie zur Deckung gebracht werden können. Die Bedeutung von Vertrauen ergibt sich aus seiner Funktion der Komplexitätsreduktion: ohne ein Mindestmaß an Vertrauen könnte kein gesellschaftliches System funktionieren, keine Alltagssituation bewältigt werden, der Überprüfungs- und Kontrollaufwand wäre zu hoch. Dies Fundamentalprinzip gilt für alle sozialen Beziehungen, jedoch in unterschiedlicher Weise: so funktionieren z. B. romantische Beziehungen anders als professionelle Beziehungen, wie die Autoren unter Rekurs auf die Literatur ausführen. Schließlich wird die Messung von Vertrauen hinsichtlich Operationalisierung, Testtheorie und einzelner Erfassungsmethoden vorgestellt.

Im zweiten Abschnitt geht es um Vertrauen in komplexen sozialen Systemen. Derartige Systeme (Gesellschaft, Regierung, Institutionen) haben das Problem, dass sie auf die Reziprozität im sozialen Austausch zwischen zwei Personen, die eine wesentliche Grundlage der Vertrauensbildung ist, nicht zurückgreifen können bzw. diese allenfalls durch die Platzierung geeigneter Vertreter kompensieren können. Systemisches Vertrauen ist daher schwerer zu realisieren als personales Vertrauen. Wie empirische Untersuchungen zeigen, ist das erlebte Vertrauen gegenüber einer Institution um so geringer, je weiter diese entfernt ist vom sozialen Raum der Betroffenen. Je mächtiger eine Organisation ist, desto weniger Vertrauen wird ihr im Durchschnitt entgegengebracht. Um Vertrauen zu erwerben, müssen Institutionen ihrer öffentlichen Verantwortung gerecht werden, Bürgernähe zeigen und als moralisch integer beurteilt werden. Vertrauen ist in Krisen und bei Innovationsprozessen besonders wichtig, also gerade dann, wenn seine Geltungsbedingungen prekär werden. Es ist deshalb ein zu pflegendes Gut, das nicht erst im Krisenfall unter strategischen Bedingungen mobilisiert werden kann; die leicht durchschaubare strategische Intention entzieht ihm die Grundlage. Die Erosion von Vertrauen führt zu strategischer Kommunikation und zur Abnahme des kooperativen zu ungunsten des kompetitiven Umgangsstils mit negativen Folgen für die Funktion und Flexibilität der Organisation. Umgekehrt steigert das Vertrauen in die Organisation die Qualität der Kommunikationsabläufe und die Effektivität von Problemlösungsverhalten. Eine entscheidende Voraussetzung für das Vertrauen in eine Organisation besteht in der Fachkompetenz, dem Wohlwollen und der Integrität ihrer Vertreter sowie ihren Umgang mit Information und Fehlern. Fehler sollten als Lernanlässe genutzt, Information nicht zur Machtsicherung missbraucht werden.

Der dritte Abschnitt behandelt Ansatzpunkte für vertrauensfördernde Maßnahmen und dürfte unter praktischen Aspekten besonders wichtig sein. Die Autoren gehen von der überzeugenden Annahme aus, dass Innovation eine unabdingbare Voraussetzung für eine adäquate Organisationsentwicklung ist, dass Vertrauen seinerseits eine zentrale Bedingung für gelingende Innovationsprozesse ist (weil diese mit einer Zunahme von Unsicherheit verbunden sind), Innovation ihrerseits aber Vertrauen strapaziert, daher zur Bewältigung dieser Situation wiederum Vertrauen eine wesentliche Voraussetzung ist, kurz: Vertrauen ist Voraussetzung für Innovation, gleichzeitig ist die Implementierung von Vertrauen Innovation. Diesem Spannungsverhältnis muß die Einführung vertrauensfördernder Maßnahmen gerecht werden.

Als erster Schritt ist die Analyse des Status quo erforderlich, sowohl hinsichtlich der intraorganisationalen wie der extraorganisationalen Bereiche. Daran muß sich eine Zielanalyse anschließen und entscheidend! - die Evaluation. Die Autoren empfehlen, nicht nur eine summative Erfolgsmessung durchzuführen, die ungünstigenfalls keine Veränderung bzw. sogar eine Verschlechterung zeigen kann, sondern diese mit einer prozessorientierten Mehrfachmessung ein und der selben Maßnahme zu kombinieren. Auf diese Weise lässt sich eine Optimierung der laufenden Maßnahme erreichen und der Implementierungsprozess wird nicht blockiert.

Jenseits aller Techniken lassen sich vertrauensfördernde Maßnahmen nur implementieren, wenn Vertrauen zum fundamentalen Organisationsprinzip der Institution erhoben wird, denn nur wenn das System auf der Basis von Vertrauen funktioniert, wird es sich als vertrauenswürdig erweisen. Transparenz und Partizipation sind dazu geeignete Mittel.

Schließlich muß Vertrauen adressatenspezifisch (nach Innen bezogen auf die Mitarbeiter, nach Außen bezogen auf Öffentlichkeit und Kooperationspartner) gefördert werden. In der intraorganisationalen Beziehung ist die Vertrauensförderung durch den Vorgesetzten stilbildend: er kann und muß den ersten Schritt tun, da sein Risiko im Falle des Missbrauchs von Vertrauen aufgrund höherer Machtressourcen ungleich geringer ist und schafft damit ein Modell. Die gesamte Organisationsstruktur muß in Richtung einer Vertrauensorganisation gestaltet werden: Mitarbeiter werden als autonom handelnde Individuen betrachtet, die motiviert sind, die ihnen anvertrauten Aufgaben verantwortungsbewusst und kreativ zu erledigen.

Als Strategien zur Steigerung der extraorganisationalen Vertrauensförderung werden Werbung und Puplic Relations behandelt, die Positionierung vertrauenswürdiger Repräsentanten, eine glaubwürdige Informationspolitik sowie die Kommunikation von Werten und Normen.

 

Fazit: Das Buch gibt eine sehr fundierte, systematische, prägnant geschriebene Übersicht zu dem Thema, dass an Bedeutung in dem Maß gewinnt, wie die Herstellung von Vertrauen prekär wird. Dank der klaren Gliederung und der graphischen Hervorhebung der Kernaussagen ist das Buch zur schnellen Information oder als Einstieg in den Themenkomplex gut geeignet; das ausführliche Literaturverzeichnis gibt weiterführende Hinweise. Wegen seiner Grundlagenorientierung dürfte das Buch eher Leser ansprechen, die an Theorie- und Methodenfragen interessiert sind. Dem berühmten Praktiker könnte die Lektüre dienlich sein, um zu ahnen, was er tut, wenn er sich in diesem komplexen Feld handelnd bewegt. Die sich ggf. einstellende - sicher nur vorübergehende - Verunsicherung könnte durchaus produktiv sein.
Rezensiert von: Dr. Klaus Brücher, Ärztlicher Direktor Bewertung:
4 Von 5 stars4 Von 5 stars4 Von 5 stars4 Von 5 stars4 Von 5 stars - Aufbau
5 Von 5 stars5 Von 5 stars5 Von 5 stars5 Von 5 stars5 Von 5 stars - Aktualität
4 Von 5 stars4 Von 5 stars4 Von 5 stars4 Von 5 stars4 Von 5 stars - Übersichtlichkeit und Gestaltung
3 Von 5 stars3 Von 5 stars3 Von 5 stars3 Von 5 stars3 Von 5 stars - Didaktik und Verständlichkeit
4 Von 5 stars4 Von 5 stars4 Von 5 stars4 Von 5 stars4 Von 5 stars - Buchformat
5 Von 5 stars5 Von 5 stars5 Von 5 stars5 Von 5 stars5 Von 5 stars - Inhalt
5 Von 5 stars5 Von 5 stars5 Von 5 stars5 Von 5 stars5 Von 5 stars - Anspruch
5 Von 5 stars5 Von 5 stars5 Von 5 stars5 Von 5 stars5 Von 5 stars - Gesamtbewertung
separator
Anzeige
separator
separator

 

newsletterPartnersites

tellmed


Portal für medizinische Fachpersonen, die Patientinnen und Patienten mit Eisenmangel und Eisenmangelanämie beurteilen und behandeln.

Iron.medline.ch
besuchen »

newsletterPartnersites

tellmed


Dieses Fachportal richtet sich ausschliesslich an Mitglieder medizinischer und pharmazeutischer Berufe.

Tellmed.ch besuchen »

newsletterPartnersites

tellmed


Aktuelle Gesundheits-Informationen für Patienten und Angehörige, zusammengestellt von der Fachredaktion von Mediscope.

Sprechzimmer.ch besuchen »

terminkalendarTerminkalender
Termine für den Veranstaltungskalender eingeben >>

 

Anzeige
Right Skyscraper

 

separator
VeryRight Skyscraper
Adserver Footer