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Am Leben - Notarzt im Rettungshubschrauber
Am Leben - Notarzt im Rettungshubschrauber
Von: Tino Lorenz
Heller Verlag, 2007

Dr. Tino Lorenz beschreibt nicht nur medizinisch korrekt und mit chirurgischer Präzision den Ablauf verschiedenartigster Notarzteinsätze mit dem Rettungshubschrauber, er durchleuchtet vielmehr mit hoher Sensibilität die Gedanken und Gefühle der Patienten, der Unfallopfer, der Angehörigen, der Hubschrauberbesatzung und des Klinikpersonals. Dabei wird auch der scharfe Kontrast zwischen schwersten physischen und psychischen Belastungen im Einsatz, Leerlaufzeiten, Familienleben, sozialen Kontakten und eigenen Bedürfnissen deutlich.

Der Autor

Dr. Tino Lorenz, geboren 1962 in Dresden, lebt heute in Liegau-Augustusbad. Medizinstudium 1984-1990 an der Charité Berlin und der Medizinischen Akademie Dresden. Anschließend Facharztausbildung in den Krankenhäusern Heidenau und Dresden-Friedrichstadt. Seit 1990 als Notarzt tätig, seit 1995 Notarzt in der Luftrettung. 1997 Facharzt für Chirurgie. Abschluss Sportmedizin 2005, Facharzt für Allgemeinmedizin 2005, Teamarzt 1. FC Dynamo Dresden 2006, seit 2006 mit eigener Praxis in Dresden.

Der Verlag über das Buch

Mehrfach täglich donnert ein Rettungshubschrauber über unsere Köpfe hinweg. Wir haben uns schon fast daran gewöhnt. Doch fragen wir uns nicht auch manchmal, zu welchem schweren Verkehrsunfall oder welchem tragischen Schicksal dieses hoch spezialisierte Team gerade unterwegs ist? Oder welchen Patienten sie wohl geladen haben? Ob sie gerade um sein Leben kämpfen? Erstmals beschreibt ein Notarzt den Alltag im Rettungshubschrauber. Ein Buch, das tief unter die Haut geht!

Rückseitentext

Was sollen wir tun, mit dem gerade zwanzigjährigen Soldaten, dem nachts eine zu früh detonierte Sprengladung auf dem Truppenübungsplatz Arm, Bein und Gesicht zerfetzt hat und der bei vollem Bewusstsein die Dinge, die um ihn herum geschehen, miterlebt und nichts sehnlicher erwartet, als dass irgendetwas mit ihm geschieht? Was tun mit dem Mittvierziger, dem vor dreißig Minuten das Herz aussetzte und somit das Gehirn ohne Blutzufuhr blieb? Werden sie uns dankbar sein, wenn es gut geht? Und werden sie uns zum Teufel wünschen, wenn wir ihr Leiden nur verlängerten? Rettung, intensive Medizin um jeden Preis, nur weil wir neue Verfahren, bessere Apparate haben? Was hat das Kind gedacht, was gefühlt, als es in unseren Armen starb? Und wie geht es uns dabei? Wie lange halten wir das aus? Wir wissen auf diese Fragen keine erschöpfenden Antworten und müssen sie uns doch immer und immer wieder stellen und stellen lassen.

Der Autor über das Buch

Über 10 Jahre liegt er nun zurück, mein erster Einsatz als Notarzt an Bord eines Rettungshubschraubers. Trotzdem ich zu jener Zeit schon seit vier Jahren Erfahrung auf dem Notarztwagen gesammelt hatte und die Ausbildung zum Chirurgen mit all ihren Härten eine gewisse mentale Resistenz gegenüber Schwerverletzten verlieh, waren meine Knie weich, als ich erstmals an Bord eines Helikopters abhob. Noch nie vorher war ich mit einem Hubschrauber geflogen. Mich erfüllte eine fieberhafte Erwartung, als ich vor dem mit High-Tec ausgestatteten Riesenvogel stand. Wir neigen nicht zu Ängstlichkeiten, wir neigen vielmehr dazu, die Dinge so zu sehen, wie sie sind. Das Leben mit diesem uns so fordernden Job gleicht dem Zusammensein mit einer Diva - gelegentlich triumphal, geht es die meiste Zeit reichlich lustlos mit uns um. Mithin schultern wir Schlafmangel, Familienkrisen und Stress und beschreiten damit belastet unseren Weg. Das Schicksal anderer bestimmt den Tagesablauf, legt unser Arbeitspensum fest.


Leseprobe

11. Höhenangst (S. 136-137)

Werden wir zu Arbeitsunfällen gerufen, weckt dies in uns, neben den Unfällen mit Kindern, instinktiv ein ungutes Gefühl. Zu oft hatten wir es dabei mit Schwerstverletzten, Toten oder zahlreichen Verunglückten zu tun, waren komplizierteste Situationen zu meistern gewesen.

Wieder mal ereilt uns die Alarmierung am Frühstückstisch. Wenigstens noch einen Schluck Kaffee, der die obligatorische Morgenmüdigkeit hoffentlich vertreibt, Schuhe zu, Jacke an und los.

Der Unglücksort befindet sich zwischen Dresden und Pirna. Nach 15 Minuten ist er erreicht.

In einer Eigenheimsiedlung ist ein Kleinkran, auf nachgebendem Untergrund nicht sachgemäß aufgestellt, umgekippt und hat einen Bauarbeiter unter sich begraben.

Der junge Mann ist ohne Bewusstsein. Seine Kollegen schildern, dass er anfangs noch geschrien habe, nach wenigen Minuten aber nicht mehr ansprechbar gewesen sei. Etwa zeitgleich mit uns war die Pirnaer Feuerwehr eingetroffen, gemeinsam überlegen wir, welche Möglichkeiten sich ergeben könnten, um an den Mann heranzukommen, ihn »erstzuversorgen«.

Momentan stapeln sich aber noch diverse Kranteile einem Mikadospiel gleich über dem Körper des Patienten. Mit dem eilig vom Nachbargrundstück herübergebrachten Bagger werden Hauptteile des Kranes angehoben und gut einen halben Meter über dem Boden schwebend gehalten. Äußerst mulmige Gefühle machen sich in mir breit, als ich unter der schwebenden Last zum Verletzten krieche. Zum Glück, ich erreiche ihn relativ mühelos auf dem glatten Untergrund. Der kräftige Puls ist an der Halsschlagader tastbar und der Patient atmet vernehmlich.

Ich kann mich nicht erinnern, jemals außerhalb einer Sauna so geschwitzt zu haben, weniger infolge der körperlichen Anstrengung als vielmehr ob der Geräusche, erzeugt von den Metallteilen in der Höhe, und dem Wissen, welche Last sich da über mir befand.

Ein schwerer Stahlträger, offensichtlich das Teil, welches zum Unfallzeitpunkt am Lasthaken des Kranes hing, liegt quer über dem Becken des Mannes, hat ihm die rechte Hüfte zertrümmert und lässt zunächst eine umgehende Bergung nicht zu. Ich krieche mühsam einen bis zwei Meter weiter. Es gelingt, eine Infusion anzulegen. Der gemessene Blutdruck zeigt sich regelrecht. Erst einmal tief durchatmen. Frank würde mir sicherlich gern in meiner misslichen Lage unterstützend beistehen, aber für zwei Personen reicht der Platz hier unten einfach nicht aus. Das Augenmerk richtet sich nunmehr auf das rechte Bein, es ist warm und rosig, erscheint gut durchblutet. Offenbar ist die Hauptschlagader des Beines durch die Last des Trägers nicht tangiert, hat das Blut irgendeinen Weg gefunden, das Bein ausreichend zu durchströmen. Endlich, mit vereinten Kräften ist es gelungen, die Kranteile, welche vom Bagger angehoben wurden, seitlich abzulegen. Der Stahlträger kann nun entfernt werden. Noch immer ist der Mann nicht ansprechbar, die vitalen Funktionen zeigen sich jedoch erfreulicherweise stabil. Es hat angefangen zu regnen. Dicke, immer zahlreicher werdende Tropfen entwickeln sich zum Wolkenbruch, klatschen auf den ausgetrockneten Boden und lassen ihn unter rascher Pfützenbildung zusehends erweichen. Schon nach wenigen Minuten knien wir im zentimetertiefen Schlamm, sind durchnässt bis auf die Haut.

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