Adserver Header
Analytics
Leaderboard
suchen Suche
Sky Left
separator
Impressum  |  Feedback  |  Werbung  |  Sitemap  |  Hilfe  |  Login Work&Care
Pflegeforschung
Rectangle Top

Info-Quelle

info_quello info_quello
separator
E-books - Pflegetheorie / -wissenschaft / -forschung / -qualität
Suche in Pflegetheorie / -wissenschaft / -forschung / -qualität
Zeitfenster Sprache
Begriff
Zurück zur vorherigen Seite
Pflegebezogene Assessmentinstrumente - Internationales Handbuch für Pflegeforschung und -praxis
Pflegebezogene Assessmentinstrumente - Internationales Handbuch für Pflegeforschung und -praxis
Von: Bernd Reuschenbach, Cornelia Mahler
Verlag Hans Huber, 2011
Pflegende benötigen gültige und verlässliche Assessmentinstrumente, um den Pflegebedarf von Patienten einschätzen und Pflegephänomene gültig und verlässlich erforschen zu können. Die dazu notwendigen Assessmentverfahren fasst das vorliegende Handbuch erstmalig zusammen, erklärt ihren Nutzen, bildet sie ab und kommentiert ihre Reliabilität, Validität und Praktikabilität. Es zeigt ausführlich, wie sich pflegebezogene Assessmentverfahren begrifflich einordnen lassen, welchen Nutzen sie bieten, wie sie entwickelt wurden, welche Kriterien zur Bewertung herangezogen werden und wie sie sich systematisieren lassen.

Kapitelübersicht
Inhaltsübersicht 
Inhaltsverzeichnis 
Vorwort 
Einleitung 
1. Definition und Abgrenzung des Pflegeassessments 
2. Relevanz von Pflegeassessmentinstrumenten 
3. Gütekriterien 
4. Entwicklung und Publikation von Assessmentinstrumenten 
5. Empfehlungen zum praktischen Einsatz 
6. Richtlinien zur Übersetzung von Assessmentinstrumenten 
7. Sleep-Assessment 
8. Fatigue-Assessment 
9. Mobilitätsassessment 
10. Sturzrisikoassessment 
11. Instrumente zur Einschätzung von Pflegebedürftigkeit 
12. Instrumente zur Erfassung und Dokumentation der Ernährungssituation 
13. Assessment der chemotherapiebedingten Übelkeit 
14. Oral health and oral health assessment 
15. Assessing quality of life in patients with urinary incontinence 
16. Dekubitusrisiko-Assessment 
17. Thromboserisiko-Assessment 
18. Assessment and risk assessment tools for constipation 
19. Kognitiver Status bei Demenz 
20. Verhaltenserfassung bei Demenz 
21. Quality of life assessment in health sciences 
22. Schmerzerfassung – Instrumente und ihr Nutzen für die Pflege 
23. Erfassung von Angst im Krankenhaus 
24. Patienten-, Bewohner- und Angehörigenzufriedenheit 
Abkürzungsverzeichnis 
Autorenverzeichnis 
Anhang 

Leseprobe
2. Relevanz von Pflegeassessmentinstrumenten

Bernd Reuschenbach

2.1 Vorbemerkung

Bis zum Ende der 80er-Jahre des 20. Jahrhunderts wurden in Deutschland, Österreich und der Schweiz strukturierte Assessmentinstrumente nur sehr selten oder gar nicht genutzt. Gleichzeitig fehlte bis dato eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Will man die Relevanz der Pflegeassessmentinstrumente verstehen, dann lohnt ein Blick auf die Entwicklung, die zum aktuellen Assessment-Boom geführt hat (s. Kap. 2.2). Dabei wird deutlich, dass es je nach Einsatzort unterschiedliche Gründe für die Nutzung gibt und folglich unterschiedliche Maßstäbe an die Qualität von Assessmentverfahren anzulegen sind (s. Kap. 2.3). Für die Praxis ist vor allem die Rolle in der Qualitätssicherung (s. Kap. 2.4) und die Einbindung in den Pflegeprozess (s. Kap. 2.5) bedeutsam.

2.2 Verbreitung von Assessmentverfahren in der Pflege

Während die Medizin mit ihrem biologisch orientierten Menschenbild und der Fokussierung auf objektivierbare klinische Outcomes schon immer Diagnostik betrieben hat und dazu entsprechende Assessmentinstrumente nutzte, ist in der Pflege(wissenschaft) erst seit Mitte der 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts eine Beschäftigung mit dem Thema festzustellen.

In der Schnittfläche zwischen den Begriffen «assessment», «scale» oder «measur*» und «nurs*» taucht in den gängigen Datenbanken (CINAHL, MEDLINE, PSYNDEX) das erste strukturierte Assessmentverfahren im Jahre 1956 auf. Baker und Thorpe (1956) stellen eine Assessmentmethode zur Erfassung psychotischer Symptome vor, auf deren Grundlage pflegerische Interventionen entwickelt werden sollen. Die Durchführungsverantwortung für das Assessment sehen die Autoren bei den Pflegenden. Auch in den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts finden sich gehäuft pflegerische Skalen zur Einschätzung psychiatrischer Symptome (Honigfeld, Klett & Honigfeld, 1965; Sherman, Eldred, Bell & Longabaugh, 1966; Pile, Clark & Elder, 1968).

Ein weiterer bevorzugter Einsatzbereich in den 60er-Jahren ist die Einschätzung des funktionellen Status und der Pflegeabhängigkeit (Gaitz, 1969; Dinnerstein, Lowenstein & Dexter, 1965).

Eine Analyse der Zeitschrift Pflege (Verlag Hans Huber, Bern) zeigt, dass das Thema «Pflegeassessment» im deutschsprachigen Raum erst in den 90er-Jahren des 20. Jahrhunderts verstärkt beforscht wurde und vermutlich in dessen Folge auch in der Praxis vermehrt entsprechende Instrumente zum Einsatz kamen. Ein erster Fachartikel mit der expliziten Nutzung des Begriffs «Pflegeassessment» innerhalb der Zeitschrift Pflege stammt von Abu-Saad (1991) und thematisiert die Schmerzmessung in der Pädiatrie. Eine systematische Auswertung der Jahrgänge 2002 bis 2007 der Zeitschrift Pflege zeigt, dass in diesem Zeitraum insgesamt 23 verschiedene Assessmentverfahren genutzt oder vorgestellt wurden. Am häufigsten kamen dabei Schmerzassessments und Verfahren zur Messung der Pflegeabhängigkeit zum Einsatz. In zwölf Beiträgen wurden die testtheoretische Gütekriterien explizit überprüft. Dabei dominiert die Prüfungder prädiktiven Validität und der internen Konsistenz, während nur selten eine Kosten-Nutzen- Analyse oder eine Bewertung der Praktikabilität vorgenommen wird (s. Kap. 3).

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Assessmentmethoden wurde insbesondere durch die Expertenstandards des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) vorangetrieben. Auffällig ist, dass nach der Publikation eines Expertenstandards in der zeitlichen Folge die dazu passenden Assessmentinstrumente gehäuft genutzt und beforscht wurden.

So erleben beispielsweise derzeit Sturzrisikoassessments einen Boom (Dassen, 2008), obwohl der Nachweis der klinischen Relevanz (s. Kap. 4) noch nicht erbracht wurde. In studentischen Abschlussarbeiten wurden, vermutlich auch durch die Expertenstandards bedingt, häufig das Dekubitusrisikoassessment, das Sturzrisikoassessment, das Schmerzassessment und die Assessmentmethoden im Kontext der Kontinenzförderung thematisiert.

Die Anzahl der international verfügbaren pflegebezogenen Assessmentinstrumente ist schwer zu schätzen. Für den deutschsprachigen Raum können die regelmäßig aktualisierten Übersichten des Leibniz-Zentrums für Psychologische Information und Dokumentation einen ersten Anhalt bieten. Mit Stand Januar 2010 (http://www.zpid.de/pub/tests/verz_teil1.pdf) sind dort 6220 Testnachweise auf 834 Seiten aufgelistet. Die klinischen Verfahren, viele davon mit expliziter Nennung der Pflege im Testnamen, nehmen 66 Seiten ein. Vorsichtig geschätzt wird die Anzahl an pflegebezogenen Assessmentinstrumenten im deutschsprachigen Raum bei etwa 200 Verfahren liegen.

Es fehlt nicht nur an genauen Zahlen zur Menge pflegebezogener Assessmentinstrumente, sondern auch zur aktuellen Nutzung. Lediglich für die Dekubitusrisikoassessments konnte mittels Online-Befragung von knapp 1000 beruflich Pflegenden eine Nutzungshäufigkeit von 85,1 % über alle pflegerischen Bereiche hinweg ermittelt werden (Reuschenbach & Mahler, 2009). Dabei dominiert die Anwendung der Bradenskala deutlich vor der Norton- oder Waterlow-Skala.
separator
Anzeige
separator
separator

 

newsletterPartnersites

tellmed


Portal für medizinische Fachpersonen, die Patientinnen und Patienten mit Eisenmangel und Eisenmangelanämie beurteilen und behandeln.

Iron.medline.ch
besuchen »

newsletterPartnersites

tellmed


Dieses Fachportal richtet sich ausschliesslich an Mitglieder medizinischer und pharmazeutischer Berufe.

Tellmed.ch besuchen »

newsletterPartnersites

tellmed


Aktuelle Gesundheits-Informationen für Patienten und Angehörige, zusammengestellt von der Fachredaktion von Mediscope.

Sprechzimmer.ch besuchen »

terminkalendarTerminkalender
Termine für den Veranstaltungskalender eingeben >>

 

Anzeige
Right Skyscraper

 

separator
VeryRight Skyscraper
Adserver Footer