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Pflegetheoretische Grundbegriffe
Pflegetheoretische Grundbegriffe
Von: Ingrid Kollak, Suzie Hesook Kim
Verlag Hans Huber, 1999
Erstmals werden in diesem Buch bekannte Grundbegriffe der Pflege wie Selbstsorge, Bedürfnis, Adaptation, Interaktion, Holismus, System, Transkulturalität u.a. auf ihre Herkunft, Entwicklung und Bedeutung befragt. Ein deutsch-amerikanisches AutorInnenteam möchte den großen Bedarf nach einem Buch decken, das die geisteswissenschaftlichen Grundlagen gängiger pflegetheoretischer Grundbegriffe genauer untersucht. Es möchte fortgeschrittenen Studierenden der Pflege die wichtigsten grundlegenden Ideen der Pflege vorstellen, indem es zum einen pflegetheoretische Grundbegriffe erörtert und zum anderen die Entwicklung der Theorie und ihre Beziehung zur Pflegepraxis beleuchtet. Nach Überzeugung der AutorInnen besitzen diese Grundbegriffe ein Eigenleben, drücken aber gleichzeitig verschiedene thematische, sprachlich und kulturell unterschiedlich verstandene Positionen von Pflegetheorien aus. 

Kapitelübersicht
Inhalt, Vorwort und Einleitung 
Selbstsorge (Kollak) 
Bedürfnis/Bedarf (Powers) 
Bedürfnisse (Fortin) 
Adaptation (Schwartz-Barcott) 
Normalität (Balke) 
Transkulturalität (Uzarewicz) 
Interaktion (Wied) 
System (Friebe) 
Holismus (Kim) 
Existentialistische Phänomenologie (Kim) 
Humanismus und Fürsorge (Fagermoen) 
Nachwort und Verzeichnis der MitarbeiterInnen 

Leseprobe
Selbstsorge (S.15-16)

Ingrid Kollak

Wie nützlich ist eine Pflegetheorie? Diese häufiger heimlich als offen gestellte Frage beschäftigt mich in meinem Aufsatz über die Theorie der Selbstsorge. Hierbei geht es nicht um den Nutzen auf individueller Ebene, z. B. ob das Lesen von Theorien bildet. Spannender ist für mich die Frage, in wie weit Pflegetheorien nützlich sind, um die Pflege sowohl theoretisch als auch praktisch und politisch zu profilieren. Zur Beantwortung dieser Frage untersuche ich zwei bedeutende Einschnitte in der Entwicklung der Gesundheitsversorgung.

Beide Einschnitte markieren Veränderungen in den Rollen der Patienten, Pflegekräfte und Ärzte. Der erste von mir dargestellte Einschnitt liegt am Ende des 18. Jahrhunderts, als sich die kirchliche Armen- und Gesundheitsversorgung ausdifferenziert. Die Medizin nimmt die Position der Kirche ein. Der neue Wissenschaftlertyp, der Gott in weiß, bekommt die Macht, seine Patienten zu sortieren und alle Tätigkeiten neu zu bewerten. Dies hat Auswirkungen auf die Rolle der Patienten und die der Pflege, die sich über Jahrhunderte halten. ? Der zweite untersuchte Einschnitt liegt in der Jetzt-Zeit. Diese Untersuchung ist natürlich schwieriger, weil wir uns mitten im Umbruch befinden. Eine neue Bewertung und Verteilung der sozialen Leistungen findet zur Zeit statt. Der neue Machttyp, der diese Aufgabe steuert, ist der Ökonom. Die Frage, die ihn motiviert, lautet: Was ist effizient? Die Fragen, die sich für die Pflege daran anschließen, sind: Welche Chancen haben unter diesem Finanzdiktat die Patienten, die Pflegekräfte und die Ärzte? Wie werden die Patienten heute unterschieden? Können Ärzte ihre Machtposition halten? Besitzt die Pflege genug Kalkül, um ihre Position auszubauen und schafft sie das im Sinne einer zugleich besseren Patientenversorgung?

Das theoretische Modell der Selbstsorge (self care), das seinen ersten Ausdruck in Orems 1959 veröffentlichten Entwurf für ein Curriculum der Grundausbildung von Krankenschwestern fand, erfreut sich einer großen Verbreitung und interessierten Leserschaft. Dieses große Interesse äußert sich in einer breiten Rezeption und Debatte wie auch in Form von Versuchen praktischer Umsetzung. Verschiedene Gründe sind für diese hohe Akzeptanz denkbar. Ein Kernargument für diese Theorie scheint darin zu liegen, daß von einem bei jedem Menschen anzutreffenden eigenen Interesse an einer zufriedenstellenden Lebensweise ausgegangen wird, dem eine Fähigkeit zur Selbstsorge entspricht. Einschränkungen, die z. B. durch das Lebensalter eines Menschen oder seinen gesundheitlichen Zustand begründet sind, können in der Mehrheit als temporäre Defizite aufgefaßt werden, die durch professionelle Pflege auszugleichen sind. Diese Vorstellung gibt Patienten Raum, sich in eigener Sache zu äußern und von der Rolle des entmündigten Hilfeempfängers zu emanzipieren.

An dieser sehr früh entwickelten Pflegetheorie ist interessant, daß sie die Emanzipation der Patienten zu einem Zeitpunkt thematisiert, als die Pflege über ihre eigene Emanzipation nachzudenken beginnt. Eine Theorie, die sich im Kern um das Selbstverständnis der Patienten dreht, versucht sich gleichzeitig an der Aufgabe, das Selbstverständnis der jungen Pflegewissenschaft darzulegen und deren Existenz im Kanon der anderen Disziplinen zu begründen. In diesem Aufsatz wird darum der Frage nachgegangen, welche Chance eine Theorie der Selbstsorge in unseren Versorgungssystemen und bei unserer Berufsgruppe hat. Dazu wird zuerst die historische Entwicklung des Berufsfelds und die damit einhergehenden Statusveränderungen der Akteure ? Patienten, Pflegekräfte, Mediziner ? dargelegt. Daran anschließend wird nach der Kompatibilität gefragt, die das Selfcare- Konzept mit den bestehenden Strukturen und Funktionen gesundheitlicher Versorgungssysteme sowie mit der sich profilierenden Pflege besitzt.

Um diesen Fragen nachgehen zu können, wählt die Untersuchung eine Methode, die sich wohl am ehesten als sozial-historische Betrachtung beschreiben läßt. Es wird zunächst ein Blick auf die Entstehung der heute noch tragenden Strukturen unseres Gesundheitssystems geworfen und die Ausdifferenzierung von Funktionen und Berufsrollen im Gesundheitswesen gegen Ende des 18. Jahrhunderts dargestellt. Neben dieser diachronen Betrachtung der professionellen Emanzipation und dem damit einhergehenden Verständnis der Patientenrolle wird eine synchrone Bewertung der Chancen unternommen, den emanzipativen Aspekt des Konzepts der Selbstsorge aktuell aktiv werden zu lassen.
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