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Zahnmedizinische Versorgung in Deutschland - Mundgesundheit und Versorgungsqualität - eine kritische Bestandsaufnahme
Zahnmedizinische Versorgung in Deutschland - Mundgesundheit und Versorgungsqualität - eine kritische Bestandsaufnahme
Von: Jochen Bauer, Thomas Neumann, Rüdiger Saekel
Verlag Hans Huber, 2009
Dieses Buch informiert über die Entwicklung und den neuesten Stand der Mundgesundheit der Bevölkerung in Deutschland. Gleichzeitig analysiert es die Entwicklung der Leistungsstrukturen, die Qualität der erbrachten zahnärztlichen Leistungen, die Personalkapazitäten sowie die Vorsorgeorientierung der Bevölkerung und die Effizienz des zahnmedizinischen Versorgungssystems. Internationale Vergleiche erlauben eine aktuelle Einordnung des Entwicklungsstandes. Das Spannungsfeld von zahnmedizinischem Handeln und bevölkerungsorientierter sowie persönlicher Gesundheitsvorsorge wird vor dem Hintergrund nationaler und internationaler Forschungserkenntnisse umfassend dargestellt. Dadurch entsteht eine bisher in Deutschland einzigartige Gesamtschau und Verknüpfung von Ergebnissen zur Mundgesundheit mit konkreten Leistungs- und Qualitätsangaben zur zahnmedizinischen Versorgung. Das Buch ist ein wertvoller Rat- und Ideengeber für Entscheidungsträger im Gesundheitswesen und eine belastbare Orientierungshilfe für Zahnärzte, um ihre individuellen Praxiserfahrungen mit den allgemeinen Entwicklungstrends zu vergleichen. Für Studenten der Zahnmedizin erhöht es die Transparenz des konkreten Leistungsgeschehens in der Praxis und ermöglicht ihnen so eine realistische Einschätzung ihres späteren Berufslebens. Neuere Entwicklungen in der Zahnheilkunde werden kritisch beleuchtet, so dass Versicherte und Patienten Entscheidungshilfen und Ratschläge auch für individuelle Fragestellungen erhalten.

Leseprobe
2 Entwicklung der Versorgungsqualität (S. 132-133)

2.1 Versorgungsqualität als Stiefkind zahnmedizinischer Forschung

Grundsätzlich stellt der Wissenschaftsrat fest, dass die zahnmedizinische Forschung in Deutschland international ein relativ niedriges Niveau aufweist. Forschungsprojekte seien häufig materialwissenschaftlich ausgerichtet und es fehle weitgehend an einer Forschungskultur an den Universitäten, da die Wissenschaftler überwiegend in der Lehre und Krankenversorgung tätig seien (Wissenschaftsrat 2005). Internationale Untersuchungen bestätigen diesen Befund (Gil-Montoya et al. 2006).

Danach belegt Deutschland bei 41 untersuchten Ländern hinsichtlich bevölkerungs- oder zahnarztbezogener Kriterien in quantitativer und qualitativer Hinsicht nur einen Mittelplatz. Wesentlich produktiver und qualitativ besser sind die Forschungsleistungen in den USA, Großbritannien, Japan und Skandinavien. Die Erklärungsgründe für Forschungsdefizite dürften auch in zwei weiteren Ursachen liegen: Zum Einen in der Selbstverwaltung von Ärzten/Zahnärzten und Krankenkassen, die in Deutschland das Gesundheitswesen weitestgehend steuert. Ihr Handeln ist dabei fast ausschließlich auf leistungsrechtliche, vertragsrechtliche und Vergütungsfragen fokussiert.

Zum Anderen an der Gesundheitspolitik, die kaum Prioritäten zur zahnmedizinischen Versorgungsforschung aufstellt noch die notwendigen Mittel zur Verfügung stellt. Dies führt zwangsläufig zu einer industrielastigen und materialwissenschaftlich orientierten Forschung an deutschen Universitäten. Welche relevanten Forschungsfragestellungen in der Zahnheilkunde u. a. zu beantworten sind, hat z. B. der SVRKAG aufgezeigt (SVRKAG 2002). Zur Bewertung der Zweckmäßigkeit und des Nutzens therapeutischer Leistungen sowie zur Qualitätsbeurteilung werden kontrollierte und möglichst randomisierte klinische Studien benötigt. Entsprechende deutschsprachige Publikationen liegen jedoch kaum vor (Schulte/Türp 2003, Naumann/Lange 2003).

Hieraus wird ein geringes Evidenzniveau vieler zahnärztlicher Massnahmen abgeleitet (Kerschbaum 2000, Reich 2000, SVRKAG 2002). In der Zahnmedizin werden deutlich weniger Randomized Controlled Trials (RCTs) durchgeführt als in der Medizin (Badovinac/ Conway/Niedermann 1999, Niedermann/Badovinac 1999). Dies ist ein ?Alarmsignal, das nicht ignoriert werden kann, wenn wir in Zukunft evidenzbasierte Zahnmedizin praktizieren möchten" (Sjögren/Halling 2000). Schulte/Türp bestätigen frühere Einschätzungen (Windeler 1996), wonach klinische Forschung in der Zahnheilkunde nur eine untergeordnete Rolle spielt und folgern daraus, dass patientenorientierte Forschung zukünftig verstärkt werden müsse (Schulte/Türp 2003). Auch Mjör et al. beklagen den Mangel an praxisbasierten klinischen Studien in der Zahnmedizin (Mjör et al. 2005).

International wird darüber hinaus die bescheidene Qualität der RCTs im Bereich Zahnprothetik und oraler Implantologie kritisiert (Dumbrigue/Jones/Esquivel 2001, Jokstad et al. 2002, Esposito et al. 2001). Diese aufgezeigten grundsätzlichen Mängel in der zahnmedizinischen Forschung lassen sich auch für den Bereich der Qualitätssicherung und ergebnisorientierten Versorgungsforschung feststellen. Der Beitrag der deutschen Wissenschaft zu diesen Fragen muss als defizitär eingestuft werden. Die Zahl aussagekräftiger Studien hierzu ist äußerst gering. Dabei ist es Aufgabe der Wissenschaft, für die Praxis prognostisch relevante Parameter und konsistente Behandlungskonzepte zu entwickeln und Zahnmedizinstudenten ?eigenverantwortlich Wege zur effektiven Wissensbeschaffung zu zeigen und wissenschaftliche Artikel kritisch lesen zu lehren. ?Das allgegenwärtige Dogma einer ?Haus- oder Lehrmeinung" mit einem Evidenzgrad IV ?Expertenmeinung" [...] ist dringend zu überdenken" (Naumann/Lange 2003, S. 285).
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