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Krank arbeiten statt gesund pflegen - Präsentismus im Krankenhaus
Krank arbeiten statt gesund pflegen - Präsentismus im Krankenhaus
Von: Martin Jansen
Verlag Hans Huber, 2011
Beruflich Pflegende arbeiten im Vergleich zu andern Berufsgruppen überdurchschnittlich häufig auch dann, wenn sie so krank sind, dass sie eigentlich zu Hause bleiben sollten. Dieses Verhalten, das auch als «Präsentismus» bezeichnet wird, hat nicht nur weitreichende Folgen für die Arbeitszufriedenheit und das Wohlbefinden eines Betroffenen am Arbeitsplatz. Es kann, wie empirische Studien zeigen, auch zu deutlichen Gesundheitseinbußen, zu einem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Arbeitsleben sowie zu erhöhten Mortalitätsraten führen.
Doch auch Organisationen erleiden durch Präsentismus nicht zu unterschätzenden Schaden in Form indirekter Kosten. So können die ökonomischen Verluste durch Präsentismus im Pflegedienst allein in Deutschland dreistellige Millionensummen erreichen.
Dieses Buch beleuchtet das Phänomen Präsentismus im Krankenhaus von allen Seiten, anstatt vorschnell von einer geringen Fehlzeitenquote auf das Wohlbefinden der Pflegenden zu schließen. Es stellt die gesundheitlichen, ökonomischen und professionspolitischen Folgen dar und schlägt Wege zu einer dauerhaften Prävention vor.

Kapitelübersicht
Inhaltsverzeichnis 
Vorbemerkungen/Danksagung 
1. Einleitung 
2. Was sagen Fehlzeitenquoten über den Gesundheitszustand von Belegschaften aus? 
3. Präsentismus - Definition und Abgrenzung zum Begriff Absentismus 
4. Prävalenz und Ursachen von Präsentismus: Studien aus Skandinavien 
5. Präsentismus-Forschung in Deutschland 
6. Zur Messbarkeit von Präsentismus 
7. Die Folgen von Präsentismus: Die "Whitehall II-Studie" 
8. Präsentismus im Krankenhaus 
9. Prävention von Präsentismus: Der "Salutogenetische Ansatz zur schrittweisen Reduktion von Präsentismus" - SARP 
10. Quo vadis, Krankenpflege? 
Literaturverzeichnis 

Leseprobe
10. Quo vadis, Krankenpflege? (S. 115-116)

Das abschließende Kapitel dieses Buches wagt einen Blick in die Zukunft. Im Fokus der Überlegungen steht dabei die Frage, welche neuen Informationen die aktuellen Erkenntnisse der Präsentismusforschung für die Einschätzung der zukünftigen Situation der Krankenpflege in Deutschland bieten können sowie welche Implikationen sich daraus für gesundheits- oder unternehmenspolitische Entscheidungen folgern lassen.

10.1 Über die sinkende Attraktivität des Pflegeberufes


Die Krankenpflege in Deutschland steht aktuell an einem Scheideweg. Nicht wenige Autoren prophezeien einen akuten Pflegekollaps (DBfK, 2009). Eine Reihe von Faktoren können beobachtet werden, die über den Prozess einer massiven Arbeitsverdichtung die Attraktivität des Krankenpflegeberufes in Deutschland zunehmend sinken lassen (vergl. Kapitel 8.1). So sind in deutschen Krankenhäusern seit 1996 stetig steigende Fallzahlen, kürzere Verweildauern, eine höhere Anzahl an ambulant versorgten Patienten, eine höhere Anzahl an älteren, multimorbiden Patienten, eine höhere Anzahl an fettleibigen Patienten70 sowie eine höhere Anzahl an psychisch erkrankten Menschen (vor allem auch in „somatischen Abteilungen“) zu verzeichnen.

Daneben sorgt die Vielzahl von neuen Aufgaben im Pflegedienst (z.B. die Delegation ärztlicher Leistungen an die Pflege, mehr administrative Aufgaben, eine stärkere Kundenorientierung, usw.) für ein verändertes Anforderungsprofil, welches nicht von allen aktiven Pflegekräften als „Herausforderung“ wahrgenommen werden kann. Dazu kommt eine öffentliche Wahrnehmung des Pflegeberufes in den Medien, die zunehmend von „Hygieneskandalen“, unerwünschten Behandlungsergebnissen oder „katastrophalen Zuständen auf den Pflegestationen“ berichtet (z.B. Stern, 2010,36, S. 34ff: „Risiko Krankenhaus“).

Die Folgen der aktuellen Arbeitsbedingungen in der Krankenpflege zeigen sich in einer hohen Fluktuation (siehe: „Europäische NEXT-Studie“), hohen Raten an Frühverrentung von Pflegenden (Hien, 2009) und einer steigenden Anzahl an psychischen Störungen (siehe Kapitel 2.3). Dabei kann davon ausgegangen werden, dass sich heute erst die Spitze des Eisberges „Pflegenotstand“ zeigt. Allgemeine demographische Prozesse sorgen für alternde Belegschaften, auch in Krankenhäusern. So arbeiteten 2008 ca. 171.000 Krankenpflegekräfte im Alter von über 50 Jahre in deutschen Krankenhäusern (Pflegethermometer, 2009).

Das entspricht einem Anteil von 43,5%, Tendenz steigend. Die nachkommenden Generationen werden, vorausgesetzt das Migrationsverhalten in Deutschland bleibt einigermaßen konstant, weiter schrumpfen. Aus den einzelnen Jahrgängen gibt es unter den Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die als Pflegekräfte potenziell in Frage kämen, dazu immer weniger Interessenten für die Krankenpflege. Der Nachwuchs bei Krankenpflegern und Krankenschwestern ist deutlich schlechter gesichert als bei Medizinern. Auf knapp 1000 Krankenpfleger und Krankenschwestern kommen in Deutschland pro Jahr nur rund 30 Absolventen, im OECD-Mittel sind es dagegen 40. Auch die Bezahlung von Krankenschwestern liegt anderes als bei Ärzten nur im OECD-Durchschnitt. (OECD: „Health at a glance“, 200971).
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