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Akutpsychiatrie - Das Notfall-Manual
Akutpsychiatrie - Das Notfall-Manual
Von: Peter Neu (Hrsg.)
Schattauer GmbH, Verlag für Medizin und Naturwissenschaften, 2011
Psychiatrische Akutfälle schnell und richtig behandeln

Psychiatrische Notfallsituationen erfordern schnelle Entscheidungen. Umgehend muss eine diagnostische Einschätzung erfolgen und die Behandlung eingeleitet werden - selbst bei eingeschränkten Diagnostik- und Anamnesemöglichkeiten.

Dieses erfolgreiche Manual - jetzt in der 2., aktualisierten Auflage - begleitet Sie zuverlässig im Notfall. Mit konkreten Handlungsstrategien meistern Sie Akutsituationen in der Psychiatrie und erhalten alle relevanten Informationen zur Diagnose und Therapie psychiatrischer Syndrome.

Anhand zahlreicher Fallbeispiele spannen die Autoren einen Bogen von der Anamnese über mögliche Differenzialdiagnosen bis hin zur akuten Pharmakotherapie und Überleitung in eine fundierte Therapie spezieller Krankheitsbilder. Die Organisation einer Akutstation und der Entwurf von Behandlungsalgorithmen sind weitere Schwerpunkte.

?Akutpsychiatrie?: der optimale Praxisleitfaden für klinisch tätige Psychiater und Notärzte, Ärzte anderer Fachbereiche, Psychotherapeuten und Psychologen im ambulanten Akutbereich.

Leseprobe
"16 Psychoedukation am Beispiel der Schizophrenie (S. 148-149)

Katrin Körtner und Friederike Schmidt

16.1 Anliegen und Aufbau des Kapitels

Unter Psychoedukation wird generell die Aufklärung über Ursachen, Ausprägung, Verlauf und Therapieoptionen psychischer Erkrankungen verstanden, wobei im weiteren Sinne auch die Vermittlung von Strategien zum individuellen Umgang mit dem Krankheitsgeschehen dazugezählt wird. Psychoedukation wird aber auch als Sammelbegriff für vorwiegend in Gruppen durchgeführte Therapieverfahren verwendet, die neben psychoedukativen meist weitere psychotherapeutische Elemente beinhalten.

Psychoedukative Interventionen mit vorwiegend didaktischer Wissensvermittlung sind gemäß der aktuellen Studienlage nicht geeignet, eine Verbesserung der Krankheitseinsicht und Compliance oder eine Reduktion der Krankheitsrezidive herbeizuführen. Weiterhin scheint die rückfallprophylaktische Wirkung psychoedukativer Interventionen von der Einbeziehung der Angehörigen abzuhängen. (Empfehlungsgrad A S3 Praxisleitlinien; Lincoln et al. 2007; Pekkala u. Merinder 2002).

Für die Behandlung in der Akutphase der Erkrankung ergibt sich ein Dilemma daraus, dass erweiterte psychoedukative Programme, die beispielsweise zusätzlich kognitiv-behaviorale Elemente zur Krankheitsbewältigung und zur Verbesserung der sozialen Kompetenz beinhalten, meist zu hohe kognitive Leistungen und zu viele Sitzungen erfordern oder sich bei unregelmäßiger Teilnahme der Patienten nur schwer durchführen lassen.Weiterhin gehört eine mehrmonatige Familienpsychoedukation durch geschultes Personal,wie dies zur Verbesserung des Krankheitsverlaufes empfohlen wird (Empfehlungsgrad B S3 Praxisleitlinien), in vielen Kliniken nicht zum Standardprogramm, und bei einem erheblichen Teil der Betroffenen können Angehörige aus verschiedenen Gründen gar nicht oder nur sehr eingeschränkt in die Behandlung eingebunden werden (Rummel-Kluge et al. 2006).

Zudem bergen psychoedukative Interventionen die Gefahr, dass mit der Aufklärung über die Erkrankung der Fokus auf Defizite und Probleme verstärkt wird. Dies kann der Stärkung des Selbstwertes, dem Abbau von Ängsten und der Verbesserung der Kompetenzen im Umgang mit der Krankheit deutlich entgegenwirken, im schlimmsten Fall zu depressiven Verstimmungen und Suizidalität führen (Empfehlungsgrad B S3 Praxisleitlinien).

Die Patienten erleben Psychoedukation dann als emotional belastend und nehmen nur widerstrebend teil. Des Weiteren kann es schwierig sein, Patienten mit schizophrenen Erkrankungen für psychotherapeutische Interventionen zu motivieren und zur aktiven Mitarbeit in der Gruppe anzuregen. Die Betroffenen sind meist zurückhaltend und schweigsam. Die Gründe hierfür sind vielfältig und umfassen kognitive Defizite, Negativsymptome und paranoide Gedankeninhalte, aber auch Angst, Scham und Selbstunsicherheit. Nicht zuletzt können die Sitzungen dadurch erschwert sein, dass manische, erregte oder psychotische Patienten, insbesondere bei gesetzlicher Unterbringung, versuchen, bewusst zu stören bzw. Mitpatienten gegen den Therapeuten als vermeintliche Verkörperung einer »feindlichen Psychiatrie« aufzubringen.

In diesem Kapitel wollen wir auf Probleme und Stolpersteine bei der strukturellen und thematischen Gestaltung psychoedukativer Interventionen auf der Akutstation hinweisen und Lösungsvorschläge anbieten. Wir stellen mögliche Schwierigkeiten bei der Vermittlung des jeweiligen Themenschwerpunktes dar und geben Empfehlungen zur praktischen Vorgehensweise. Zudem erläutern wir, welche innere Haltung Sie als Therapeut einnehmen und welche Ziele Sie sich setzen sollten.

Diese »innere Positionierung« des Therapeuten trägt entscheidend zum Erfolg oder Misserfolg von Psychoedukation bei. Zielsetzungen und therapeutische Haltung sind vielfach schon der Schlüssel zu den Problemen, die sich in der Praxis ergeben können. Im dritten Teil gehen wir auf den Umgang mit Krankheitssymptomen und Verhaltensweisen ein, welche die Gruppensitzungen erschweren können.Wir beziehen uns bei unserer Darstellung auf Krankheiten aus dem schizophrenen Formenkreis, aber viele Empfehlungen können auch auf andere akute psychotische Zustandsbilder angewendet werden.

Insgesamt lässt sich anhand der Studienlage die Wirksamkeit von Psychoedukation in der Akutphase hinsichtlich Reduktion von Krankheitsrezidiven, Complianceförderung und klinischer Symptomatik nicht eindeutig beurteilen. Die psychoedukativen Interventionen in diesem Erkrankungsstadium lassen sich aber durchaus dazu nutzen, den Betroffenen die Möglichkeit zur Kommunikation über die Erkrankung zu geben, Erleichterung zu verschaffen und ihre Motivation für weitere psychiatrische und psychotherapeutische Behandlungen zu stärken. Insofern stellen sie eine wichtige Grundlage auf demWege der Krankheitsbewältigung dar."
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