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Familien- und umweltbezogene Pflege
Familien- und umweltbezogene Pflege
Von: Marie-Luise Friedemann, Christina Köhlen
Verlag Hans Huber, 2010
Die Familie ist für uns der Mittelpunkt unserer Lebenserfahrungen. Sie ist Ursprung unserer Lebensweise und unserer ersten kulturellen und emotionalen Begegnungen. Dieser grundsätzlichen Lebensbedingung und den daraus entstehenden Wechselwirkungen auf das Leben der Patienten und ihrer Pflege trägt dieses Buch Rechnung. Unter Einbezug der Erkenntnisse aus der Systemtheorie, der Geistes- und Gesundheitswissenschaften entwickelt Marie-Luise Friedemann zusammen mit Christina Köhlen die Theorie des systemischen Gleichgewichts. Hinzugezogen haben sie eine Gruppe von ExpertInnen, die sich mit der Umsetzung der Theorie in unterschiedlichen Bereichen ausgezeichnet haben. Sie eröffnen damit der Pflege einen neuen Zugang zur Familie und alternativen Formen des Zusammenlebens, denn in existentiell schwierigen und bedrohlichen Lebenssituationen sind solche Unterstützungsnetze von größter Wichtigkeit. Die Anwendung der Theorie wird an Pflegesituationen mit akuten somatischen und psychischen Krankheiten, bei chronischen Leiden und bei sterbenden Menschen und deren Familien und erstmals bei der Pflege von Kindern und Jugendlichen aufgezeigt. Insbesondere wird auch die Familie in verschiedenen anderen Krisen betrachtet. Als wichtiges Thema wird der Einfluss der Kultur mit einbezogen. Eine weitere Anwendung bezieht sich auf Ausbildung und Studium sowie Forschung mit Familien in der Pflege. Das Buch regt Pflegende an, ihre eigene Familie bewusster zu verstehen und die Familie der Patienten durch Pflege und Beratung zu unterstützen. Die familien- und umweltbezogene Pflege gibt Impulse für: - die Auseinandersetzung von BerufsanfängerInnen in der Pflegepraxis mit der Pflege von Familien - die Orientierung von Fortgeschrittenen in der Pflegepraxis bei der Familienberatung und der interdisziplinären Zusammenarbeit - die gezielte Unterstützung von Lernenden durch Lehrkräfte in der Pflegebildung und im grundständigen Pflegestudium bei der Pflege von Familien - die Schaffung notwendiger Strukturen durch Leitende im Pflegemanagement, damit die Familie in der Pflege erfolgreich unterstützt und gefördert werden kann - die Entwicklung und Durchführung familienbezogener Studien durch PflegeforscherInnen.

Kapitelübersicht
Inhalt 
Geleitwort zur 3. Auflage 
Danksagungen 
Erster Teil: Die Theorie des systemischen Gleichgewichts in der familien- und umweltbezogenen Pflege 
Zweiter Teil: Einflussfaktoren im Familienprozess 
Dritter Teil: Die Pflege der Familie in Fällen von Krankheit, Gebrechen und nahendem Tod 
Vierter Teil: Familien mit Krisen im Innern und Krisen durch die Umwelt 
Fünfter Teil: Die Theorie des systemischen Gleichgewichts in Praxis, Bildung und Forschung 
Nachwort 
Literatur 
Über die AutorInnen 
Anzeigen 

Leseprobe
"3 Forschung mit der Theorie des systemischen Gleichgewichts (S. 253-254)

3.1 Grundsätzliche Überlegungen

Die Theorie des systemischen Gleichgewichts und andere Theorien mittlerer Reichweite bilden das Fundament nicht nur für Pflegehandlungen, sondern auch für Pflegeforschung. In einer quantitativen Studie wird ein Phänomen untersucht, indem die Forscherin20 den Einfluss von einer oder mehreren Variablen auf eine oder mehrere so genannte abhängige Variablen untersucht. Ein solches Forschungsprojekt erhält durch einen konzeptionellen Rahmen in der Entwicklung von Hypothesen und dem Forschungsplan interne Validität. Interne Validität bedeutet, dass sich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Forschungsfragen und Hypo thesen tatsächlich die zu erforschenden Variablen und damit diejenigen Faktoren erfassen, die das zu untersuchende Phänomen beeinflussen und keine anderen. Unter gewissenhaftem Einbezug einer erfolgversprechenden Theorie hat eine Studie deshalb bessere Chancen auf interne Validität.

Zum Beispiel wurden in den Vereinigten Staaten viele Forschungsprojekte zur Situation allein erziehender Mütter durchgeführt. In diesen Studien untersuchte man den Zusammenhang von allein stehender Mutterschaft im Vergleich zu Elternpaaren und deren Einfluss auf Probleme der Kinder der Familie, wie Verhalten in der Schule, Schulleistungen, Jugendkriminalität und andere mehr.

Dazu wurde keine Theorie herangezogen. Man fand signifikante Unterschiede zwischen den Kindern von allein stehenden Müttern und jenen von Elternpaaren. Allein erziehende Mütter erhielten dadurch einen schlechten Ruf, und das Sozialwesen sah sie als Problem für die Gesellschaft. Mit der Zeit wurden jedoch Theorien hinzugezogen, und unter Einfluss systemiFünfter Teil schen Denkens erkannte man, dass die interne Validität solcher Studien sehr problematisch war.

Man vermutete, dass die Entwicklung der Kinder weniger von allein erziehenden Müttern (oder fehlenden Vätern), sondern von «störenden» Faktoren (konkurrierenden Hypothesen) wie Armut, Arbeitslosigkeit oder Rollenstress solcher Mütter negativ beeinflusst wurden. Solche Faktoren kamen in Familien mit Elternpaaren viel weniger zum Ausdruck. Ein theoretischer Rahmen, der vom systemischen Denken abgeleitet wird, schließt solche Faktoren mit ein und veranlasst die Forscherin, die Faktoren zu kontrollieren.

Das heißt, dass allein stehende Mütter nur mit Müttern aus Familien mit Elternpaaren verglichen werden können, wenn alle Mütter ähnliche Einkommen, Anzahl von Kindern, Berufsverantwortung, Arbeitsstress, etc. haben. Das Resultat war, dass Unterschiede zum großen Teil verschwanden. Eine sorgfältig gewählte Theorie verleiht deshalb der Forschung eine Rechtfertigung und die bestmögliche Chance, dass die Hypothese auf einer realistischen Einschätzung der Situation beruht und dass es sich lohnt, Zeit und Geld in die Forschung zu investieren. Qualitative Forschung ist dabei nicht ausgeschlossen. Auch hier profitiert die Fragestellung vom umfassenden, theoretischen Denken.

Die Entwicklung eines semistrukturierten Fragebogens kann unmöglich ohne theoretischen Hintergrund gestaltet werden (Denzin 1989; Adami 2005). Statt vorzugehen, als hätte man über das zu studierende Phänomen keine Vorkenntnisse, ist es durchaus akzeptabel, gewisse Erwartungen durch eine Theorie zu formulieren und die Themen zur Befragung dementsprechend zu wählen. Eine Forschungsarbeit von Linda Pierce (1998; 2001) bediente sich ethnographischer Methoden. Familien, die Angehörige mit Behinderungen durch einen Schlaganfall pflegten, wurden über ihr Erleben der Pflege befragt."
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