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Chancen und Grenzen des Konzepts des problemorientierten Lernens am Beispiel des Hygieneunterrichts in der Pflegeausbildung
Problemorientiertes Lernen im Sinne des Problem-Based-Learning ist ein Ansatz, der seit vielen Jahren international in der Hochschulausbildung etabliert ist und auch hierzulande in die pädagogische Diskussion Einzug erhalten hat. Als Ansatz, dessen Grundannahmen, Zielformulierungen und Gestaltungsgrundlagen sowohl große Nähe zu aktuellen Themen der Berufsausbildung wie Kompetenzentwicklung, Schlüsselqualifizierung und Handlungsorientierung haben als auch zu dem in der Instruktionspsychologie intensiv diskutierten Ansatz des konstruktivistischen Wissenserwerbs scheint das problemorientierte Lernen eine Antwort auf viele Probleme von Bildung und Ausbildung zu bieten. Traditionell gestaltete Lernumgebungen mit strukturorientiertem Vorgehen, strengen Fächergrenzen und Lernen als vorwiegend rezeptivem Prozess werden nicht mehr als geeignet angesehen, um Auszubildende auf eine Arbeitswelt vorzubereiten, in der die Halbwertzeit von Wissen stetig abnimmt und ein ständiger Wandel der situativen Herausforderungen stattfindet. Gefragt sind persönliche und soziale Kompetenzen, die - davon wird ausgegangen - sich besonders durch problembezogenes und reflektierendes Lernen entwickeln. Dies gilt auch und besonders für die Ausbildung in den Pflegeberufen. Ein klinischer Bereich, der zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist der Bereich der Krankenhaushygiene. Ein zentrales Problem stellen heute multiple Antibiotikaresistenzen dar, die eine rasche Eradikation der Erreger verhindern und damit eine Übertragung von Patient zu Patient fördern. Diese Problematik verlangt nach einem professionellen klinischen Hygienemanagement, und dies ist ohne Mitwirkung der Pflege nicht zu gewährleisten. Pflegende müssen in der Lage sein, statt an starren Regeln festzuhalten, ihr hygienebezogenes Wissen flexibel und situationsadäquat einzusetzen. Deshalb kann das Ziel der Ausbildung in diesem Bereich nicht die Vermittlung von sich schnell überholendem Faktenwissen sein; die Ausbildung muss Voraussetzungen dafür schaffen, dass Pflegende auf der Grundlage einer elaborierten Wissensbasis in der Lage sind, sich selbst aktuelles Wissen anzueignen und das berufliche Handeln entsprechend zu modifizieren. Aus den grundsätzlichen Überlegungen zur aktuellen berufspädagogischen Diskusssion, zu den Anforderungen, die im Rahmen der Krankenhaushygiene an die Pflegenden gestellt werden und zu Problemen, die sich aus der klinischen - und Unterrichtspraxis ergeben, ist die Idee entstanden, den Ansatz des Problem-based-Learning im Unterricht für Hygiene und medizinische Mikrobiologie umzusetzen. In der vorliegenden Arbeit wird der Frage nachgegangen, ob die problemorientierte Unterrichtsgestaltung im Sinne des PBL-Konzepts eine Chance ist, das Interesse der Auszubildenden am Thema Hygiene zu wecken, die Bedeutung hygienebezogenen Handelns in der Pflege zu verdeutlichen und die Auszubildenden adäquat auf ihre derzeitigen und künftigen Aufgaben in diesem Bereich vorzubereiten. Die Arbeit besteht aus drei Teilen, zwei theoretischen und einem empirischen Teil. Im ersten Teil wird zunächst anhand der aktuellen Problematik der nosokomialen Infektionen in deutschen Krankenhäusern und verdeutlicht durch die Darstellung der beiden Studien Nosokomiale Infektionen in Deutschland NIDEP 1 und 2 der Handlungsbedarf für die klinische Praxis aufgezeigt. Hieraus werden Fähigkeiten und Kenntnisse abgeleitet, welche Pflegepersonen benötigen, um ihr Handeln entsprechend gestalten zu können. Der zweite Teil beschäftigt sich mit dem Ansatz des Problem-based-Learning und seinem lerntheoretischen und didaktischen Rahmen. Es werden verschiedene methodische Umsetzungsmöglichkeiten wie sie in den Niederlanden, in Großbritannien und in Australien praktiziert werden, dargestellt. Die Ansätze werden verglichen und es werden Überlegungen zur Implementierung des Konzepts in die hiesige Pflegeausbildung angestellt. Im dritten Teil geht es um die Überprüfung der Anwendbarkeit des Problem-based-Learning-Konzept im Fach Hygiene an einer Krankenpflegeschule. Zunächst werden institutionelle Bedingungen und schülerbezogene Lernvoraussetzungen ermittelt, um darauf aufbauend eine modifizierte Form des Problem-based-Learning zu entwickeln. Die Durchführung der Unterrichtseinheit, für die das Thema Resistenzen und MRSA ausgewählt wurde, wird dargestellt. Zum Abschluss erfolgt eine Evaluation des Lernprozesses und der Lernergebnisse. Die Ergebnisse der Arbeit zeigen auf, dass Problem-based- Learning sich durchaus für die Umsetzung im Hygieneunterricht anbietet und eine sinnvolle Ergänzung der bisherigen Lehr-/Lernmethoden darstellt. Ferner kann es mit der Methode gelingen, Schüler für die Hygieneproblematik zu interessieren und für eine intensive Auseinandersetzung damit zu motivieren. Aus den Ausführungen lassen sich weitergehende Überlegungen zu einer Implementierung des Problem-based-Learning in die deutsche Pflegeausbildung anstellen, die über die Durchführung problemorientierter Unterrichtseinheiten als Ergänzung der konventionellen Ausbildung hinausgehen und die in weiteren Arbeiten detailliert untersucht werden könnten.
Art: Diplomarbeit
Erstellungszeitraum: 15.10.2001 bis 20.09.2009
Seitenanzahl: 151
Autor/en
Fischer, Renate
Projektleiter
Schewior-Popp, Susanne
Sprache
Deutsch
Schlüsselwörter
KOMPETENZENTWICKLUNG, KONSTRUKTIVISMUS, LERNEN, PROBLEMORIENTIERTES LERNEN, SCHLÜSSELQUALIFIKATION, UNTERRICHT, HANDLUNGSORIENTIERTER
Literatur: Arnold, R., Müller, H.-J.(hrsg.). Kompetenzentwicklung durch Schlüsselqualifizierung. Hohengeren 1999
Boud, D., Feletti, G.. The Challenge of Problem-based-Learning, 2. Aufl., London 1997
Glen, S., Wilkie, K. (Hrsg.). Problem-based-Learning in Nursing - A new model for a new context? Houndmills 2000
Gudjons, H. Handlungsorientiert lehren und lernen - Schüleraktivierung, Selbsttätigkeit, Projektarbeit.6. Aufl., Bad Heilbrunn 2001
Kohler, Britta. Problemorientierte Gestaltung von Lernumgebungen. Weinheim 1998
Kommission der Europäischen Gemeinschaften (Hrsg.). Arbeitsdokument der Informationsdienststellen - Memorandum über lebenslanges Lernen. Brüssel 2000
Kramer, A., Heeg, P., Botzenhart, K. (Hrsg.). Krankenhaus- und Praxishygiene. München 2001
Moust, J.H., Bouhouijs, P.A.J., Schmidt, H.G. .Problemorientiertes Lernen. Wiesbaden 1999
Seyd, W. Berufsbildung: handelnd lernen, lernend handeln: Situation und Perspektive der beruflichen Aus- und Weiterbildung, handlungsorientierte Gestaltung von Lernsituationen. Hamburg 1994
Werning, R. Konstruktivismus - Eine Anregung für die Pädagogik? In: Pädagogik Heft 7-8/1998, Weinheim
Werning, R., Kriwet, I. Problemlösendes Lernen. In: Pädagogik Heft 10/1999, Weinheim
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