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Wie erlebt ein Patient die Isolation im Krankenhaus aufgrund einer Infektion oder Besiedlung mit multiresistenten Staphylococcus aureus?
Das Auftreten von Resistenzen bei Mikroorganismen ist heute weit verbreitet und inzwischen weltweit ein großes Problem innerhalb und außerhalb der Krankenhäuser. Multiresistente Staphylokokkenstämme stellen wegen der eingeschränkten Therapiemöglichkeiten in Krankenhäusern ein ernsthaftes Problem dar. Die Mortalität ist bei MRSA-Infektionen erhöht gegenüber den nicht resistenten, die Verweildauer im Krankenhaus ist verlängert und die Infektionen sind schwieriger zu behandeln. Die Entwicklung der Resistenzbildung der Bakterien stellt das Krankenhaus und die Pflegeheime vor neue Probleme, die sowohl die Patienten mit ihren Bezugspersonen als auch das Personal betreffen. Die meisten MRSA-besiedelten Patienten sind ältere Menschen. Aber nicht nur ältere Personen sind betroffen, MRSA ist auch in Kinderkliniken ein Problem. Die Isolation wegen MRSA ist für die Patienten belastend. Sie sehen wochenlang die Mitmenschen nur in Schutzkitteln, Mund-Nasen-Schutz und Haube. Um eine Verbreitung resistenter Staphylokokken im Krankenhaus zu vermeiden, sind Empfehlungen zu Verhütungsmaßnahmen in den Richtlinien des Robert-Koch-Institutes festgehalten. In den Richtlinien werden folgende Maßnahmen bei einem mit MRSA besiedelten oder infizierten Patienten empfohlen: Die Patienten müssen räumlich getrennt von anderen Patienten untergebracht werden. Beim Betreten des Patientenzimmers ist vom Personal ein Schutzkittel und Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Einmalhandschuhe sind bei Kontaminationsmöglichkeiten anzulegen. Transporte sind auf strenge Indikation zu beschränken. Die Isolation kann frühestens nach drei aufeinander folgenden Tagen mit MRSA-negativen Abstrichen aufgehoben werden. Die Isolationsdauer wegen MRSA in Deutschland ist in die Literatur mit durchschnittlich 23,6 Tage angegeben. Zielsetzung der Untersuchung: Diese Arbeit ist durchgeführt worden, um einen Einblick zu bekommen, wie die Isolationszeit von den Betroffenen erlebt und verarbeitet wird. Methoden: Als geeignete Forschungsmethode, um die subjektiven Erfahrungen der Betroffenen herausarbeiten zu können, ist das qualitative explorative Verfahren verwendet worden. Um die Forschungsfrage zu beantworten, ist mit den Betroffenen gesprochen worden. Von den möglichen Interviewformen ist eine nicht-standardisierte Form, die narrative, als die geeignetste ausgewählt worden. Die Altersstruktur der Patienten lag zwischen 36 bis Mitte 70 Jahren. Die Interviews, die auf Tonband aufgezeichnet und anschließend transkribiert wurden, sind mit sieben Männer und vier Frauen durchgeführt worden. Das zusammenfassende Analyseverfahren nach Mayring ist ausgewählt worden. Ergebnisse: Das Ergebnis der Studie zeigt, dass die Isolation im Krankenhaus wegen MRSA aus verschiedenen Gründen eine hohe Belastung für die betroffenen Patienten darstellt. Sie erleben nicht zu steuernde Gefühlsschwankungen, haben Angst, empfinden Wut und die Zukunftsperspektive ist unklar. Die Patienten leiden auch unter einer Reizarmut. Die Infektion oder Besiedlung führt zu einem erlebten Kontrollverlust der eigenen Situation, da die Rehabilitation und der Genesungsprozess behindert werden und der Patient selbst nichts aktiv beeinflussen kann. Um die Isolation ohne eine absehbares Ende auszuhalten und ertragen zu können, zogen sich die Patienten zurück. Über die Gedanken wird versucht, die Situation zu rationalisieren. Die Isolation wird als ein eingesperrt Sein erlebt. Der ärztliche Kontakt ist wichtig, um Vertrauen aufzubauen oder zu erhalten und die vielen aufkommenden Fragen beantwortet zu bekommen. Falls die behandelnden Ärzte sich viel Zeit für den Patienten nehmen, führt dies zu größerem Vertrauen und einem besseren Gefühl im Vergleich zu Patienten, die die Ärzte seltener sehen. Freundliches Pflegepersonal hat eine große Bedeutung für die Zufriedenheit des Patienten. Es kommen klare Aussagen in den Interviews vor, dass dies nicht immer der Fall ist. In dieser abhängigen Situation ist die Freundlichkeit wichtig und bedeutet viel. Die Bezugspersonen sind für die Patienten sehr wichtig, da sie oft den einzigen Kontakt zu der Außenwelt herstellen, Ablenkung bringen und Kleinigkeiten mitbringen. Auch der telefonische Kontakt hilft, dass der Patient sich nicht so ausgeschlossen fühlt. Ein Einzelzimmer ist nicht unbedingt eine Belastung für den Patienten, sondern der Mitpatient kann eine größere Belastung bedeuten. Die Schutzkleidung ist nicht selten eine Belastung für die Besucher, die deswegen gar nicht kommen oder kürzer bleiben. Da durch die Schutzkleidung nicht zu erkennen ist, wer ins Zimmer hineinkommt und weil die Personen (Arzt, Pflegekraft oder Reinigungspersonal) sich nicht immer vorstellen, wird hier eine Identifikation über bestimmte Merkmale versucht (Schuhe, Körpergröße oder -umfang). Die strengen Hygienestandards, die den Patienten die Rehabilitation erschweren, die es notwendig machen, dass die Besucher die Schutzkleidung anziehen müssen, werden von dem Personal nicht konsequent eingehalten. Eine Wut entsteht, die verschiedene Ursachen hat. Diese Wut kommt auf, weil das Krankenhaus verantwortlich gemacht wird oder weil die für den Patienten belastenden Hygienemaßnahmen von dem Personal nicht immer eingehalten werden. Schlussfolgerung: Die Ergebnisse dieser Studie sollten bei der Pflege dieser Patienten berücksichtigt werden.
Art: Diplomarbeit
Erstellungszeitraum: 01.12.2004 bis 20.09.2009
Seitenanzahl: 183
Autor/en
Hartmann, Carina
Hochschule
Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen
Projektleiter
Siebolds, Markus
Sprache
Deutsch
Schlüsselwörter
ERLEBEN, ISOLATION, MRSA, PATIENTEN, INHALTSANALYSE, QUALITATIVE, STUDIE, QUALITATIVE
Literatur: Flick, Uwe: Qualitative Forschung. Theorie, Methoden, Anwendung in Psychologie und Sozialwissenschaften. 4. Auflage. Hamburg, 1999
Glinka, Hans-Jürgen: Das narrative Interview. Eine Einführung für Sozialpädagogen. Weinheim München 1998
König, Burghard: Qualitative Sozialforschung - eine Einführung. 6. Auflage. Hamburg, 2002
Lamnek, Siegfried: Qualitative Sozialforschung. Band 1 Methodologie. 3. korrigierte Auflage. Weinheim, 1995
Lamnek, Siegfried: Qualitative Sozialforschung. Band 2 Methoden und Techniken. Weinheim 1995
Mayring, Philipp.: Einführung in die qualitative Sozialforschung. Eine Anleitung zu qualitativem Denken. 4. Auflage. Weinheim 1999
Mayring, Philipp: Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. Weinheim Basel 7. Aufl. 2000
Robert-Koch-Institut Berlin (Hrsg.): Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention. Loseblattsammlung mit jüngster Ergänzungslieferung. München Jena 2004
Witte, W / Braulke, Ch. / Heuck, D.: MRSA-Situation in Deutschland. In: Hygiene und Medizin, 9/2000, S. 347-350
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