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Pflegebeteiligung auf der Intensivstation, für die Angehörigen ein unzumutbarer Gedanke oder eine bedeutende Chance?
Pflegebeteiligung Angehöriger beginnt oftmals erst dann, wenn es dem Patienten bereits besser geht, und nicht schon in der Phase, in der sein Gesundheitszustand am stärksten bedroht ist und die Angehörigen in größter Sorge sind - auf der Intensivstation. Aufgrund steigender Anfoderungen an das Pflegepersonal und der gesundheitspolitisch motivierten Einsparungen sollte der Integration der Angehörigen in die Pflege eine größere und intensivere Bedeutung beigemessen werden. Gerade auf der Intensivstation ist in der sinnvollen Gestaltung der Angehörigenbeteiligung eine Herausforderung für die professionelle Pflege zu sehen. Zusätzlich ist es sinnvoll, dass Angehörige für eine notwendig werdende Übernahme der Pflege zu Hause schon frühzeitig die Möglichkeit erhalten, entsprechende Erfahrungen zu sammeln. Auch ich selbst war schon in der Situation des Angehörigen auf der Intensivstation und habe, trotz meines Krankenpflegeberufes oder gerade deswegen, die Angst um den mir nahe stehenden Menschen, die Ungewissheit vor der Zukunft und die maßlose Ungeduld gespürt. Aus dieser Erfahrung heraus entstand das Interesse an diesem Thema und die Sensibilität gegenüber den Angehörigen auf der Intensivstation. Der erste Teil der Arbeit behandelt die Sichtweise der Angehörigen. In Anwendung eines qualitativen Forschungsdesigns wird untersucht, welche Bedeutung die Pflegebeteiligung für Angehörige von Patienten hat, die sich auf der Intensivstation befinden, und des Weiteren, welche notwendigen Voraussetungen aus der Perspektive der Angehörigen damit verbunden sind. Im methodisch quantitativen Setting werden im Anschluss daran die möglichen Grenzen und Probleme, die Intensivpflegende in der Mitwirkung Angehöriger sehen untersucht. Die Perspektive der Pflegenden bestimmt somit den anschließenden Teil der Arbeit. Ebenso werden rechtliche Gesichtspunkte, die bei der pflegerischen Mitwirkung der Angehörigen relevant sind behandelt. Die erste Fragestellung lautet: "Welche Bedeutung hat für die Angehörigen die Beteiligung an der Pflege und welche Voraussetungen sind aus deren Sicht damit verbunden?" Die Sammlung der Daten erstreckt sich auf 12 Interviews, die mit Hilfe eines Gesprächsleitfadens geführt werden. Im Anschluss daran, wird das transkripierte Datenmaterial nach der qualitativen Inhaltsanalyse Mayrings ausgewertet. Aus den Ergebnissen geht hervor, dass Angehörige bereit sind, sich pflegerisch auf der Intensivstation zu beteiligen. Eine pflgerische Mitwirkung wird als besondere Herausforderung gesehen. Angehörige sehen sich an den Entwicklungsprozessen des Erkrankten beteiligt und in Lernprozesse eingebunden. Ängste vor Überforderung im Rahmen der pflegerischen Beteiligung werden von den Interviewten nicht formuliert. Die Befragten sehen die Bedeutung der Pflegebeteiligung aus der Perspektive der eigenen Person, der des Pflegepersonals und die indirekte Relevanz für den Erkrankten. Für die Pflegeintegration wünschen sich die Angehörigen ein persönliches Sicherheitsgefühl, d. h. sie möchten die Gesamtsituation einschätzen können und sich auf der Intensivstation eingewöhnt haben. Sie setzen, um sich an der Pflege eines nahe stehenden Menschen zu beteiligen, Absprachen und Abstimmungen mit den Pflegenden voraus. Eine weitere von den Angehörigen geäußerte Vorstellung besteht darin, nicht sofort mit schwierigen pflegerischen Maßnahmen konfrontiert zu werden, sondern zunächst mit einfachen pflegerischen Tätigkeiten zu beginnen. Befragte Frauen mit Kindern verbinden mit der Pflegebeteiligung Bedingungen, die die Situation der eigenen Familie berücksichtigen. Sie betonen ihre Bereitschaft an der Pflege, dabei aber auch, dass die Versorgung der eigenen Kinder gewährleistet sein muss. Ebenso dürfen die familiären Strukturen nicht beeinträchtigt werden. Die zweite Fragestellung der Arbeit lautet: "Wo sehen die Intensivpflegenden Widerstände, Probleme und Grenzen hinsichtlich der Beteiligung der Angehörigen?" Die Grundlage bildet eine explorative Untersuchung im quantitativen Forschungsansatz. In diesem Teil der Untersuchung geht es vorrangig darum, die Meinung der Pflegenden im Hinblick auf die obengenannte Frage kennenzulernen. Aus diesem Grund wird ein nicht standardisiertes Erhebungsverfahren gewählt. Dazu dient ein Fragebogen mit offenen Fragen. Von 30 zur Beantwortung ausgegebenen Fragebögen ist ein Rücklauf von 16 Bogen zu verzeichnen. Das anschließend vorliegende Datenmaterial wird nach der empirischen Inhaltsanalyse ausgewertet. Über ein Drittel der getroffenen Aussagen beinhaltet die Auffassung, dass die Angehörigen durch pflegerische Mitwirkung überfordert sein könnten (andersartige Umgebung, besondere Situation, ungewohnte körperliche Nähe). Neunmal wurde das Argument der eigenen Arbeitsüberlastung beschrieben. Ein Teil der Pflegenden ist der Ansicht, dass die entstehenden Erwartungen der Angehörigen die Grenze des Machbaren überschreiten und dass darunter die pflegerischenTätigkeiten die den Patienten direkt betreffen, leiden. Eine Pflegende stellt fest, dass die Pflegebeteiligung unweigerlich eine erhöhte Flexibilität ihrerseits erfordert. Arbeitsablaufveränderungen durch Verzögerung, Unterbrechung und/oder Behinderung werden von acht Befragten als mögliche Grenze für die Pflegebeteiligung benannt. Pflegende sehen die Gefahr darin, dass den Patienten nicht die notwendigen Ruhe- und Erholungsphasen zukommen. Andere Pflegende vertreten die Meinung, dass der Patient in eine restriktive oder passive Rolle gedrängt wird oder verfällt. Weiter wird angeführt, dass die Angehörigen zu sehr die Anwaltschaft für den Erkrankten übernehmen könnten und dessen Meinung oder Wille nicht oder zu wenig berücksichtigt wird. Nur einmal vorgebracht wurde die Möglichkeit, dass die Anwesenheit der Angehörigen und/oder deren Mitbeteiligung die allgemeine Übersicht über die pflegerische Arbeit entscheidend beeinträchtigt. Zwei weitere Befragte sehen die Gefahr der Verunsicherung der Pflegekräfte. Als letztes Argument gegen die Pflegebeteiligung wird die Möglichkeit der Kontrollfunktion durch Angehörige ins Feld geführt. Eine negativ geäußerte Einschätzung oder Betrachtungsweise der pflegerischen Tätigkeit könnte zu rechtlichen Konsequenzen führen. Diese Untersuchung gewährt trotz des geringen Datenmaterials einen ersten Einblick in die Problemlage - hier bedarf es weiterer Forschungsarbeit. Bezugnehmend auf die rechtlichen Aspekte im Falle der Pflegebeteiligung Angehöriger kann zusammenfassend festgestellt werden, dass einerseits die Pflegenden aus eigenem Sicherheitsinteresse den Pflegeprozess differenziert und erschöpfend dokumentieren müssen. Andererseits sollte das Krankenhaus, zum Schutz der Pflegenden, eine Dienstanweisung mit allen notwendig erachteten Anforderungen erstellen und eine Betriebshaftpflichtversicherung haben, die eine Pflegeübernahme durch Dritte berücksichtigt.
Art: Diplomarbeit
Erstellungszeitraum: 18.10.2002 bis 20.09.2009
Seitenanzahl: 83
Autor/en
Dörr, Inge
Projektleiter
Stemmer, Renate
Sprache
Deutsch
Schlüsselwörter
ANGEHÖRIGE, FAMILIE, INTENSIVPFLEGE, GESUNDHEITS- UND KRANKENPFLEGE, PATIENTEN, PFLEGE
Literatur: Bavastro, P.: Der Patient auf der Intensivstation. Gestaltung und Einrichtung. Intensiv 5, Stuttgart, New York: Thieme 1997. S. 171-176
Claas, Erika: Untersuchung der Situation von Angehörigen beatmeter Patienten und Pflegenden im Intensivbereich. Intensiv 8, Stuttgart, New York: Thieme 2000 S. 173-176
George, Ute; George Dr., Wolfgang: Angehörigenintegration. PR-INTERNET 2002. 2, S. 29-47
Haas-Unmüßig, Pia: Angehörige - stören sie die Pflege? Pflege Dokumentation, Heft 5, Stuttgart: W. Kohlhammer 2002. S. 2-6
Hannich, H.-J.; Ullrich, L.: Die Betreuung von Angehörigen auf der Intensivstation. Intensiv 8. Stuttgart, New York 2000. S. 204-207
Hylsken, M.; Oymanns, R.: Bereitschaft von Angehörigen schwerkranker Patienten zur aktiven Mitwirkung bei der Pflege. Betrachtung zur Erstellung einer statistischen Erhebung. Intensiv 4. Stuttgart, New York: Thieme 1996. S. 108-114
Kromrey, Helmut: Empirische Sozialforschung. Modelle und Methoden der standardisierten Datenerhebung und Datenauswertung. Opladen: Leske + Budrich 2000. 9. Auflage
Lamnek, Siegfried: Qualitative Sozialforschung. Band 1 Methodologie, Weinheim: Beltz, Psychologie Verlagsunion 1993. 2. Auflage
Lamnek, Siegfried: Qualitative Sozialforschung. Band 2 Methoden und Techniken. Weinheim: Beltz, Psychologie Verlagsunion 1995. 3. Auflage
Mayring, Philipp: Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. Weinheim, Basel: Beltz 2000. 7. Auflage
Metzing, Sabine; Osarek Julika: Besuchsregelungen auf Intensivstationen. Eine Literaturstudie englischsprachiger Veröffentlichungen von 1984-1998. Pflege 13, 2000. S. 242-252
Schnepp, Wilfried (Hrsg.): Angehörige Pflegen. Bern, Görttingen, toronto, Seattle: Huber 2002.
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