Pflegeforschung

Copingstrategien bei chronisch kranken Patienten — Bewältigungsansätze und pflegerische Unterstützung

Zusammenfassung

Diese Abschlussarbeit der Höheren Fachausbildung (HöFa) untersucht die verschiedenen Copingstrategien, die chronisch kranke Patientinnen und Patienten zur Krankheitsbewältigung einsetzen. Basierend auf dem transaktionalen Stressmodell von Lazarus und Folkman werden sowohl problemorientierte als auch emotionsorientierte Bewältigungsformen analysiert.

Hintergrund und Fragestellung

Chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Multiple Sklerose oder rheumatische Erkrankungen stellen Betroffene vor immense Herausforderungen. Die Art und Weise, wie Patientinnen und Patienten mit ihrer Erkrankung umgehen — das sogenannte Coping — hat nachweislich einen erheblichen Einfluss auf Lebensqualität, Therapieadhärenz und Krankheitsverlauf.

Theoretischer Rahmen

Das transaktionale Stressmodell nach Lazarus und Folkman (1984) bildet den theoretischen Rahmen. Coping wird definiert als sich ständig verändernde kognitive und verhaltensmässige Bemühungen zur Bewältigung spezifischer Anforderungen, die die Ressourcen einer Person beanspruchen oder übersteigen.

  • Problemorientiertes Coping: Aktive Auseinandersetzung, Informationssuche, Handlungsplanung
  • Emotionsorientiertes Coping: Regulierung der emotionalen Reaktion, Distanzierung, Neubewertung
  • Vermeidungsorientiertes Coping: Ablenkung, sozialer Rückzug, Verleugnung

Ergebnisse

Erfolgreiche Krankheitsbewältigung erfordert eine Kombination verschiedener Copingstrategien. Patientinnen und Patienten, die flexibel zwischen Strategien wechseln, zeigen bessere Outcomes bezüglich Lebensqualität und psychischem Wohlbefinden. Besonders wirksam erwiesen sich Selbstmanagement-Strategien, soziale Unterstützung und aktive Informationssuche.

Relevanz für die Pflegepraxis

Die Arbeit unterstreicht die Bedeutung eines individuellen Assessments der Copingstrategien als Teil der pflegerischen Anamnese. Pflegefachpersonen sollten maladaptive Copingmuster erkennen und Patientinnen und Patienten bei der Entwicklung effektiverer Bewältigungsstrategien unterstützen.

Bibliografische Angaben

Typ Abschlussarbeit HöFa
Autorin B. Hache
Jahr 2007
Themengebiet Pflegeforschung, Chronische Krankheit, Coping